Komm Fliegenfischen
Bald geht's auf Vechtebegehung!

Küstenfischerei

Kaum Erfahrung, aber eine eigene Seite zum Thema Küstenfischerei... richtig, genau so ist das.

Aber ich selbst bin immer froh, wenn ich von irgendwo Tipps bekomme und möchte meine Erkenntnisse hier dann auch gerne weitergeben. Manchmal sucht man ja auch nur ein Hotel. Wenn du ganz spezielle Tipps für Fliegen und so brauchst, dann gibt es da jede Mengen im Netz zu lesen und vergesst nicht euch mit den "Infizierten" persönlich zu unterhalten... ;)

Hornhecht

Die Geschichte kam bei einem der Wurftreffs mit einem sehr kurzen Dialog zwischen Dr. Loop und mir  ins Rollen… „Einen Hornhecht würde ich auch mal gerne auf Fliege fangen.“ / „Ich auch.“ / „Na dann lass uns doch mal da hinfahren.“ / „Gute Idee.“

Wann wir fahren wollten, das war schnell klar: wenn der Raps blüht, also so Mitte Mai. Wohin wir an der Ostsee fahren wollten, war auch schnell klar. Eine Insel sollte es sein, damit wir uns je nach Wind passend aufstellen können und sie sollte nicht so weit weg sein, Fehmarn also.

Auf Fehmarn gibt es ja ausreichend Unterkünfte und wir hatten dann eine sehr schöne Ferienwohnung mit Fahrradschuppen – also Watklamottenschuppen – gefunden. Strategisch gut gelegen konnten wir dann auch in alle Richtungen planen.

Es blieb bei uns dann beim Leuchtturm am Flügger Strand. Da kann man für wenige Euro am Tag  parken und unser Lieblingsplatz ist in 10 Minuten zu Fuß erreichbar gewesen. Einen kurzen Abstecher an die Nordwestseite der Insel haben wir zügig abgebrochen um wieder an den Flügger Strand zu fahren.

Dann ging es im Vorfeld ja noch darum unsere Fliegendosen passend zu füllen. Also Literatur wälzen, das Netz durchsuchen… guter Tip: nehmt euch Meerforellenliteratur und achtet auf Hinweise wie „die ständigen Hornhechtbisse waren beim Meerforellenfischen etwas nervtötend.“. Genau diese Fliege braucht ihr. Ich habe mich auf zwei Muster fokussiert, das war die Red Tag Bastard von Bjørn Biedenweg und die Red Head von Peter Blay. Beide Fliegen findet ihr übrigens in Thomas Vinges Buch „Meerforellen an der Küste II“. Natürlich waren auch Shrimps und Ringelwürmer dabei, aber letztendlich kamen immer wieder die beiden Hauptakteure in Größe 10  an das Vorfach. Bei Dr. Loop war es so ähnlich, natürlich fanden sich alle möglichen Fliegen in der Dose, aber sein Favorit war eine Fliege mit Mylarschlauch und ein paar Hecheln und die war auch nicht sonderlich groß, aber wirklich fängig.

Die Botschaft bei den Fliegen ist – genau wie beim Gerät – ihr braucht nur wenig. Beim Gerät hatten wir Geschirr in #6, #7 und #8 dabei. Gefischt haben wir mit Klasse #7, einer intermediate Schnur und Tippets in mindestens 22er Stärke. Klar, kann man auch dünner fischen, aber wieso? Mit der 22er kann man die Fliege auch mal eher aus dem Kraut ziehen und sollte doch eine bekloppte Meerforelle einsteigen, ist das auch nichtverkehrt.

Watklamotten sind, ebenso wie ein Watstock und ein Schnurkorb Pflicht. Schön wäre es, wenn die Wathose auch dicht ist. War meine leider nicht und deshalb musste ich doch tatsächlich am Samstag noch schnell nach Lübeck mir eine neue Hose zu kaufen. Das ist aber eine andere Geschichte… Bei der Gelegenheit habe ich für uns auch einen Fischgalgen mitgenommen, auch sehr zu empfehlen, wenn nicht sogar zwingend notwendig.

Ja und was die Taktik beim Fischen betrifft, ist das ganz einfach: so weit wie möglich raus und so schnell wie möglich rein. Alles andere an Taktik war eher erfolglos.

Die Hornhechte haben es dann auch noch gut mit uns gemeint und wir haben beide jeden Tage zwei, drei davon gefangen und natürlich auch schon mal vor Ort verspeist. Das war wirklich schon mehr als Dr. Loop und ich erwartet haben. Das waren definitiv fünf perfekte Tage an der Ostsee und eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen...

Ab an die Küste...

Ja und was macht man dann da so? Man nimmt eine Fliegenrute mit und wirft mal in Richtung Meer, immer in der Hoffnung, dass sich da jemand für interessiert. Gerne auch eine Meerforelle... ;)

Meine Erfahrungen in dieser Richtung beschränken sich auf genau zwei Ereignisse innerhalb meiner Fliegenfischerzeit. Das erste Mal war ich mit Freunden zum Kutterfischen auf Rügen. Da ich direkt am ersten Tag erkennen musste, dass das mit meiner Seefestigkeit relativ ist, habe ich am zweiten Tag auf die zufällig mitgeführte Fliegenrute zurückgegriffen... also ob ich es geahnt hätte. Das zweite Mal, Jahre später, war ich auf Anregung von Dirk bei der Sjøøretkonkurransen in Tønsberg. Letztere Tour hat es sogar in eine Ausgabe der Fliegenfischen geschafft, auch wenn es keinen Fisch zu sehen gab. Beide Touren waren auf jeden Fall super, leider aber gänzlich ohne Fisch... was ja wiederum auch nicht so ganz ungewöhnlich ist, wenn man bedenkt, dass es bislang in Summe zwei Fischtage waren.

Jetzt, wiederum Jahre später, will ich das intensiver angehen und die Summe meiner bisherigen Fischtage auf Meerforelle verdoppeln. Aber wohin? Nichts ist einfacher, als sich mal mit Infizierten auszutauschen... und schon hat man ein Ziel. Bei mir ist es dank Günter das Hotel Steinberghaff an der Flensburger Außenförde... Ich werde da vom 23. bis zum 27.03.2020 aufgenommen. Das Hotel Steinberghaff liegt direkt am Wasser und laut Günter muss ich von da aus einfach zum Strand runter und dann links... das nenne ich mal einen Plan. Ob da zu der Zeit Fisch ist und ob der sich für mich und meine Muster interessiert, das steht auf einem anderen Blatt, aber ich habe vier Tage Zeit zu Fischen und werde dabei mit Sicherheit meinen Spaß haben! 

So war der Plan und dann kam diese Sache mit CORONA. Freitag sollte es los gehen und am Mittwoch davor hat Schleswig Hollstein die Touristen aus den Hotels geschmissen... Jetzt hätte man so tun können, als ob wir da beruflich unterwegs wären... aber was soll das? Jeder muss jetzt seinen Beitrag leisten und der unsere war halt der Verzicht auf eine endgeniale Angeltour.